45 Jahre nach dem Ende der Straßenbahn

Grüne: „Das Projekt Stadtbahn darf nicht weiter auf der Stelle treten"

Am 1. August 1964, also vor genau 45 Jahren, wurde der letzte Abschnitt des Regensburger Straßenbahnnetzes stillgelegt. Auch in unserer Stadt ging damit ein Zeitalter zu Ende, in dem das Auto noch nicht das Maß aller Dinge auf der Straße war. Es gab jedoch auch Städte wie Würzburg oder Augsburg, in denen weitsichtige Politiker und Verwaltungen trotz des damals herrschenden Zeitgeistes an diesem umweltfreundlichen Verkehrsmittel festhielten.

Für die Regensburger Grünen ist dieses traurige Jubiläum aber nicht nur ein Tag, um sich an das Vergangene zu erinnern. Viel wichtiger ist nach Ansicht von Fraktionsvorsitzendem Jürgen Mistol der Blick nach vorne: „Wir Grüne haben den politischen Willen, in unserer Stadt wieder ein schienengebundenes Nahverkehrssystem zu etablieren. Nur mit einer Stadtbahn wird es gelingen, deutlich mehr Menschen als bisher für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu gewinnen. Der im Stadtrat vor vier Jahren einstimmig verabschiedete Stadtentwicklungsplan weist eindrücklich darauf hin, dass der Anteil des Autoverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen in Regensburg im Vergleich zu anderen Städten überproportional hoch ist. Deswegen kämpfen wir Grüne in der Verkehrspolitik für mehr Investitionen in die umweltfreundlichen Verkehrsarten."

Wer in Sonntagsreden und Wahlprogrammen für die Stadtbahn eintrete, müsse den Worten auch Taten folgen lassen, fordert der Grünen-Politiker. Jürgen Mistol: „Bisher fanden unsere regelmäßig gestellten Anträge, im städtischen Haushalt mehr Planungsmittel für die Stadtbahn zur Verfügung zu stellen, leider keine Mehrheit. Und wenn die Verwaltung darüber hinaus von den ohnehin geringen Planungsmitteln - wie im vergangenen Jahr - keinen einzigen Euro ausgibt, braucht man sich nicht wundern, wenn das Projekt Stadtbahn nicht von der Stelle kommt."

Für die Grünen hat eine Nord-Süd-Linie die meisten Chancen auf eine Realisierung. Diese soll vom ehemaligen Bahnhof Wutzlhofen kommend, wo die notwendige Verknüpfung mit dem Bahnverkehr organisiert werden könnte, über die Konradsiedlung, an Alex-Center und am Donaueinkaufszentrum vorbei, über Nibelungenbrücke, Unterer Wöhrd und Dachauplatz zum Hauptbahnhof führen und von dort aus über die Universität Richtung Klinikum und weiter bis Burgweinting verlängert werden, wo wiederum ein Anschluss an das Bahnnetz möglich wäre. Auf dieser Linie liegen dicht bewohnte Stadtteile und zahlreiche öffentliche Einrichtungen und damit ein sehr hohes Potential an Fahrgästen.

(30.07.2009)

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