Grüne und Lärmschutzgemeinschaft Pfaffenstein im Dialog

Jürgen Mistol: „Anteil des Autoverkehrs am Gesamtverkehr muss verringert werden"

Mit der unbefriedigenden Situation an der Kreuzung Schelmengraben/Alte Nürnberger Straße begann ein Gesprächsabend der Lärmschutzgemeinschaft Pfaffenstein, bei dem Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Mistol in der Gaststätte Spitalkeller Rede und Antwort stand. Seitdem Stadtamhof bedingt durch die Sperrung der Protzenweiherbrücke nur mehr über diese Kreuzung erreicht werden könne, sei das Verkehrsaufkommen deutlich angestiegen, so BI-Sprecher Wolfgang Hammer. Wie bereits in der letzten Bürgerversammlung diskutiert, sehen die Anlieger darin eine Gefährdung von Schulkindern und Senioren. Für Oktober sei dazu ein Ortstermin mit dem Oberbürgermeister und weiteren Vertretern der Verwaltung vereinbart worden.

Der Vorschlag mehrerer Bürgerinnen und Bürger, an der Kreuzung bis zur Wiedereröffnung der Protzenweiherbrücke eine Behelfs-Ampelanlage zu installieren, dürfte nach Ansicht von Jürgen Mistol nicht so einfach und billig zu realisieren sein, da die Ampeln auch den Fußgängerverkehr regeln müssten. Handlungsbedarf sei seiner Überzeugung nach jedoch gegeben. „Ich könnte mir vorstellen, dass der Einsatz von Stoppschildern und Haltestreifen vor den Fußgängerquerungen zu einer deutlichen Verbesserung der Situation führen würde", sagte der Grünen-Politiker. Auch die Idee, die Fahrbahnen durch seitliche Fußgängerrampen im Kreuzungsbereich zu verschmälern, hält er für sinnvoll und auch praktikabel. „So könnte den Autofahrern signalisiert werden, dass sie hier verstärkt auf die Fußgängerquerung achten müssen."

Weil in der Alten Nürnberger Straße häufig zu schnell gefahren werde, forderten einige Teilnehmer mehr Radarkontrollen. Im Abschnitt zwischen dem Schelmengraben und der Würzburger Straße werde gar nicht kontrolliert, obwohl Tempo 30 wegen der Breite der Straße praktisch nie eingehalten werde. Auch in der Frankenstraße werde regelmäßig zu schnell gefahren. Hier erhoffen sich die Anwohner eine Besserung, würde wie andernorts mit Farbe Tempo 50 auf die Fahrbahn gezeichnet werden. Zudem sei der Lärm gerade durch Motorräder manchmal nicht mehr auszuhalten. Auch seien viele LKWs unterwegs, die sich offensichtlich die Autobahnmaut sparen wollen.

Jürgen Mistol berichtete über die Initiativen der grünen Fraktion, den Mautausweichverkehr in Regensburg einzudämmen. Nachdem der grüne Antrag von der CSU abgelehnt worden war, hatte die Stadtverwaltung stattdessen ein LKW-Führungskonzept für die Gesamtstadt entwickelt. Dieses Konzept war aber dann vom Bayerischen Innenministerium als nicht praxistauglich abgelehnt worden. „Wenn nun endlich wie angekündigt der Luftreinhalteplan fortgeschrieben wird, könnte dieses Thema nach zweijähriger Verzögerung wieder in Schwung kommen", so der Grünen-Politiker. Wenn dann auch noch die EG-Umgebungslärmrichtlinie umgesetzt werde, nach der in Regensburg bis 2012 die Lärmkartierung abgeschlossen und bei Lärmüberschreitungen ein Aktionsplan aufgestellt werden muss, könne das laut Jürgen Mistol zu einer Verbesserung der Lärmsituation in Pfaffenstein führen.

Der von Teilnehmern geforderten Kneitinger Brücke erteilte der Grünen-Politiker eine Absage. Diese sei nicht einmal mehr im Flächennutzungsplan enthalten und würde zu mehr Verkehr im Stadtwesten führen. Außerdem würde ein wichtiges Naherholungsgebiet entwertet. Jürgen Mistol erläuterte, dass die Grünen in der Verkehrspolitik andere Prioritäten setzen: „Es ist grundsätzlich notwendig, den Anteil des Autoverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen der Stadt deutlich zu Gunsten der umweltfreundlichen Verkehrsarten zu verändern. Dazu gehören eine stärkere Fokussierung auf den Fußgänger- und Fahrradverkehr und eine Optimierung des Bussystems. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht für uns Grüne Planung und Realisierung einer Stadtbahn."

(11.09.2009)

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