REWAG soll fürs Gesamtgeschäft in dezentrale Strukturen investieren

Grüne bezeichnen CSU-Antrag als „halbherzig“

 

Als „halbherzig“ bezeichnet Stadtrat Jürgen Huber, der die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss für Wirtschaft und Beteiligungen vertritt, die Haltung der CSU bei der Neuausrichtung der REWAG. Für die Frage, wie sich der Regensburger Energiekonzern für die Zukunft strategisch aufstellen soll, lagen in der letzten Sitzung des Wirtschaftsausschusses zwei Anträge von der CSU sowie von den Grünen auf dem Tisch. Beide Anträge zielten zwar in dieselbe Richtung, insbesondere was das Engagement angeht, zukünftig mehr Strom selbst zu erzeugen (‚up-stream’). In zwei Punkten gab es jedoch entscheidende Unterschiede: Während der CSU-Antrag das Ziel einer dezentrale Versorgung und der Energieautarkie ausschließlich auf die Privatkunden beziehen wollte, die nur den geringeren Anteil der REWAG-Kunden ausmachen, sollte das Unternehmen nach dem Willen der Grünen für sein Gesamtgeschäft eine Strategie entwickeln, wie der derzeitige Anteil des Atomstroms am REWAG-Energiemix durch Strom aus erneuerbaren Energien zu ersetzen ist. Als Zeithorizont benannte die CSU das Jahr 2020, während die Grünen bereits 2017 als Ziel setzten, so wie es auch vom Umweltbundesamt als bundesweites Ausstiegsziel für möglich erachtet wird.

 

Die Ablehnung des Antrags der Grünen durch die CSU kann Fraktionsvorsitzender Jürgen Mistol nur so interpretieren, dass es Christian Schlegl und den Seinen doch weniger um die Sache als um den schönen Schein in der Öffentlichkeit geht. „Im Gegenzug hatten wir Grüne durch die Zustimmung zum CSU-Antrag erkennen lassen, dass wir die neue Strategie der CSU, sich an den Grünen ein Vorbild zu nehmen, sehr wohl honorieren“, so Jürgen Mistol. Die Initiative der CSU habe zwar nur einen Teilaspekt des REWAG-Geschäftes im Blick gehabt, gehe aber in die richtige Richtung. Jürgen Huber ergänzt: „Ich finde es schade, dass die Regensburger CSU nicht einmal die Hälfte des Weges, der zurückzulegen ist, als Ziel anstrebt. Wenn sich die REWAG tatsächlich zu einem grünen Energieversorger wandeln soll und das Unternehmen nachhaltig die Konkurrenz mit den anderen Stadtwerken in Deutschland, die derzeit massiv in erneuerbare Energien investieren, bestehen können soll, dann darf man nicht nur einen Teilaspekt berücksichtigen. Der Ausstieg aus der Atomkraft und der forcierte Ausbau der Erneuerbaren Energien kann ja nicht nur für die Privatkunden gelten, sondern muss das Gesamtgeschäft betreffen. Es bleibt halt nach der Doppelwende der CSU doch immer der Vorbehalt, ob sie denn wirklich die Lehre aus Tschernobyl und Fukushima ziehen wollen.“

 

(27.05.2011)

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